Tiny-House – kleines Haus ganz groß

Mikro-Mini-Kleinhaus. Sie sind klein, um nicht zu sagen winzig. Tiny Houses – Häuser mit nur wenigen Quadratmetern Wohnfläche. Sie können fahren, schwimmen oder stehen - mitten in der Stadt. Der Tiny-House-Trend kommt aus der USA. Schon 1929 entstanden die ersten „Motorhomes“ – Minihäuser auf Rädern. Der große Aufschwung der fahrbaren Kleinhäuser kam mit der Immobilienkrise in der USA 2008.
Ein Trend, der auch in Europa angekommen ist - online zumindest. Denn noch verhindern komplizierte Bauvorschriften, Genehmigungspflichten und Straßenverkehrsverordnungen die Ausbreitung der Tiny Houses.
Hierzulande mussten die Maße der Grundfläche etwas angepasst werden, damit man auch auf deutschen Straßen mit seinem Tiny-House fahren darf. Erlaubt sind laut deutscher Straßenverkehrsordnung: Anhänger bis 4m Höhe und 2,55 m Breite. Die „typischen“, auf Anhänger gebauten Tiny Houses haben 15 qm Wohnfläche, verfügen aber dennoch über alles Wesentliche, was man zum Wohnen braucht: ein Wohnbereich mit Kochnische, ein Sanitärbereich mit Dusche und Toilette sowie ein Schlafloft. Inzwischen sind es längst nicht mehr nur spleenige Kinder-Fernsehmoderatoren, die in solch winzigen Häusern leben. Aus den Tiny-House-Anhängern ist eine breite Bewegung geworden.

Für wen ist das Mini-Haus geeignet?

Menschen mit einer Haltung, gemischt aus Lifestyle und Selbstreduktion. Bereit auf Überflüssiges und Luxus zu verzichten.
Tiny Houses werden auch hierzulande nicht als Alternative zu Wohnwagen verstanden, mit denen man auf Tour geht, sondern viel eher als die ideale Lösung, um das Bedürfnis des „eigenen Daches über dem Kopf“ und ein knappes Budget unter einen Hut zu bringen. „Tinyhousern“ geht es in der Regel um die Reduzierung auf das Wesentliche, zugunsten finanzieller Freiheit und persönlicher Unabhängigkeit oder auch um einen Beitrag zu Ökologie und Nachhaltigkeit beizusteuern. Viele der Bauten sind so ausgestattet, dass der Bewohner theoretisch auch autark leben könnte, besitzen also zum Beispiel Solarpaneele, Regenwasser-Auffanganlagen oder Bio-Toiletten.

Tiny-Houses in Deutschland

Es ist es gar nicht so leicht, einen Platz für die Minihäuser zu finden, auch nicht, wenn sie auf Rädern stehen. Dann können sie zwar – mit TÜV-Zulassung – mit jedem Fahrzeug verfrachtet werden, aber nur in den USA gelten rollende Eigenheime nicht als Haus. Hierzulande braucht man, wenn man darin wohnen will, eine Baugenehmigung. Die aber gibt es grundsätzlich nur für erschlossene Grundstücke inklusive Wasser- und Stromanschluss sowie Müllabfuhr.

Ein Dutzend Hersteller haben sich in Deutschland auf den Bau solcher Miniheime zwischen 15 und 45 Quadratmetern spezialisiert – Luxusversionen können übrigens auch 90 Quadratmeter groß sein. Ob für Studenten, als Wochenendhaus oder für Selbstständige als mobiles Zweitbüro, die Preise sind bezahlbar. Die Miniaturhäuschen kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro, die „Rollenden“ fangen bei 28.000 Euro an.
 

Eine Befreiung vom Überflüssigen

In Zeiten, in denen es immer mehr Alte, Singles und Alleinerziehende gibt, sind neue Wohnkonzepte wie die Tinny Houses notwendig.Ein Leben ohne Überfluss spielt bei vielen Minihaus-Anhängern eine große Rolle.
Die Sehnsucht nach kleinen Zufluchtsorten, sei es zur inneren Einkehr oder zur Erholung, ist groß.Dazu gehört einerseits die Reduktion von Wohnraum und Besitz, manchmal aber auch das Verlangen, sich ein Stück weit aus der Gesellschaft zurückzuziehen und sich beispielsweise in einem wilden Wald oder auf einem anderen, nur wenig erschlossenen Gebiet niederzulassen.
 

Die Möbelindustrie ist auch dabei!

Nicht nur die Baubranche interessiert sich für diese Möglichkeiten der Stadtentwicklung. Auch die Möbelindustrie hat den Trend längst erkannt und beschäftigt sich mit der Idee vom Wohnen auf immer kleineren Grundflächen.
Die kleinen, meist wenig beachteten Möbel können dabei helfen, das Platzangebot eines Zimmers besser auszunutzen – indem im wahrsten Sinne des Wortes Ecken und Nischenprodukte einsetzt. Nur so lassen sich 6,4 Quadratmeter Wohnfläche auch vollständig ausnutzen.
Wer sich noch nicht ganz so sicher ist, ob so ein Leben im Tiny House überhaupt für ihn infrage kommt, der kann die kleinen Häuschen natürlich auch erst einmal auf Zeit nutzen. Und wann geht das besser als im Urlaub?

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, schauen Sie sich auf der unten gezeigten Webseite um. Dort finden Sie Übernachtungsmöglichkeiten, Anbieter, Kosten etc. Viel Spaß!  hier klicken