Küchenmythen: Wahrheit oder Ammenmärchen?

15 Mythen rund um den Küchenalltag

Schon im alten Rom wusste Kleopatra die Heilwirkungen, die die Küche zu bieten hat, zu schätzen: Ihr Gespür für kräftigende Tipps und Tricks rund um Körper und Seele hat sich bis in die heutige Zeit durchgesetzt. Ein entspannendes Bad in Milch solle Haut und Haar verwöhnen und Honig sei der ultimative Geheimtipp bei spröden Lippen - bewiesene römische Weisheit oder Ammenmärchen? Wir blicken gemeinsam mit Ihnen hinter die Kulissen der sagenumwobenen Mythen und decken auf, was wirklich stimmt. Lassen Sie uns zusammen die Gerüchteküche aufräumen.


Küchenmythos Nr. 1:

Spinat und Pilze dürfen nicht aufgewärmt werden.

Tatsächlich ist an diesem Ernährungsmythos nichts dran. Sowohl Pilze als auch Spinat dürfen am nächsten Tag in die Mikrowelle gestellt werden. Wichtig: Sie sollten direkt nach dem Essen noch warm in den Kühlschrank gestellt werden, damit sie schnell abkühlen. So wird verhindert, dass sich zu viel Nitrit im Spinat bildet bzw. Keime bei den Pilzen. Beim Aufwärmen sollte darauf geachtet werden, dass eine Mindesttemperatur von 70 Grad eingehalten wird, damit Keime keine Chance haben.
Gut zu wissen: Nur Erwachsene sollten aufgewärmte Spinatreste essen. Kinder sollten ihn nur frisch gekocht genießen, da der Körper mit den höheren Nitrit Werten nicht klarkommt.


Küchenmythos Nr. 2:

Das Herunterschlucken von Kirschkernen schadet Magen und Darm.

Falsch! Ebenso wie das Mitessen von Apfelkernen hat dies keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf Ihren Magen-Darm-Trakt. Obststeine wie Kirschkerne werden unzersetzt wieder ausgeschieden.

Küchenmythos Nr. 3:

Tomaten müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Falsch! Tomaten sollten aufgrund ihres Nachreifeprozesses nicht im Kühlschrank gelagert werden. Während dieses Prozesses bilden Tomaten sowohl intensivere Aromen als auch Farbe. Ist ihre Umgebungstemperatur allerdings zu kalt, so kann dies dem Geschmack schaden. Bewahren Sie Tomaten am besten an einem sonnigen Plätzchen auf- hier fühlen sie sich ganz wie zu Hause!

Küchenmythos Nr. 4:

Glückliche Kühe geben bessere Milch.

Stimmt! Laut des dänischen Instituts für Landschaftsforschung enthält Biomilch von glücklichen Weidekühen mehr Vitamin E, gesunde Fettsäuren und Betacarotin als die der Kühe, die im Stall gehalten werden.

Küchenmythos Nr. 5:

Frisches, warmes Brot sorgt für Bauchschmerzen.

Auch hier handelt es sich primär um einen Ernährungsmythos. Das warme Brot oder die enthaltene Hefe sorgen nicht für Beschwerden. Was allerdings der Fall sein kann: Man isst schneller und mehr als sonst, kaut weniger und das wiederum kann tatsächlich zu Beschwerden führen.


Küchenmythos Nr. 6:

Der Tomatenstrunk ist giftig.

Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen und enthalten speziell an grünen Stellen, wie dem Strunk, das Gift Solanin. An dem Ernährungsmythos, den Strunk wegzuschneiden, ist also durchaus was dran. Es ist nicht schlimm, wenn man mal eine grüne Stelle mitisst. In größeren Mengen kann es aber gesundheitsschädlich sein. Typische Beschwerden sind Kopfschmerzen und Durchfall. Eine sehr hohe Solaninaufnahme kann tödlich wirken.

Küchenmythos Nr. 7:

Honig macht spröde Lippen wieder weich und samtig.

Richtig! Honig ist reich an Vitamin und sorgt mit seiner entzündungshemmenden und beruhigenden Wirkung für Geschmeidigkeit. Bearbeiten Sie Ihre Lippen am besten vorher mit einer Zahnbürste, indem Sie mit sanften, kreisenden Bewegungen über Ihre Lippen fahren. Lassen Sie den Honig anschließend für mehrere Minuten einwirken- nicht ablecken: damit würden Sie einen gegenteiligen Effekt erzielen.

Küchenmythos Nr. 8:

Weißer Zucker ist ungesunder als brauner.

Stimmt nicht! Bezüglich ihrer Süßkraft und ihres Energiegehalts sind diese beiden Zuckerarten identisch. Brauner Zucker erhält seine Farbe und seinen feinen Karamellgeschmack lediglich durch entsprechenden Sirup, der vor dem Reinigungsprozess an den einzelnen Zuckerkristallen haftet. Dies mag bei vielen die Vermutung hervorrufen, dass das natürliche Erscheinungsbild des braunen Zuckers mit einer gesünderen Wirkung gleichzusetzen ist.

Küchenmythos Nr. 9:

Pro Tag benötigt der Körper mindestens eine warme Mahlzeit.

Falsch! Es kommt nicht auf die Temperatur des Essens an, sondern auf die Nährwerte. Der Körper benötigt täglich einen bestimmten Wert an Kalorien, um alle nötigen Körperfunktionen und -prozesse zu erhalten. Der Durchschnittswert liegt bei etwa 2.000 kcal, variiert jedoch je nach Alter, Körperbau und Beschäftigung. Ob Sie zum Mittag nun ein kaltes Gurkensüppchen mit frischen Croûtons oder einen Nudeleintopf essen, ist da nicht weiter relevant.

Küchenmythos Nr. 10:

Ein Milchbad lässt die Haut strahlen.

Richtig! Der Fettanteil in der Milch spendet der Haut wertvolle Pflegestoffe, die die Haut zarter machen. Dadurch, dass die Haut mit Feuchtigkeit versorgt wird, erhält sie einen leicht reflektierenden Schimmer, der Sie strahlen lässt.

Küchenmythos Nr. 11:

Körnerbrot gleich Vollkornbrot.

Stimmt leider nicht. Die Annahme, dass Körner für ein Vollkornbrot stehen, ist falsch. Viele als Mehrkornbrot gekennzeichnete Laibe sind mit Zuckercouleur braun eingefärbt, mit ein paar Körnern bestreut und nicht wesentlich gesünder als ein Weißbrot.

Küchenmythos Nr. 12:

Wer abends isst, nimmt schneller zu.

Falsch! Zwar stimmt es, dass der Körper im Schlaf Fett verbrennt und man ihm den Verdauungsprozess nicht direkt vor dem Schlafengehen zumuten sollte, sondern lieber zwischen Abendbrot und Nachtruhe zwei bis drei Stunden Zeit vergehen lassen sollte, aber der Grund für eine Gewichtszunahme hängt von der Menge und Reichhaltigkeit ab, die Sie zu sich nehmen, und liegt nicht daran, wann Sie Ihr Essen zu sich nehmen.

Küchenmythos Nr. 13:

Cola hat einen beruhigenden Einfluss auf Magen und Darm.

Richtig! Die Kohlensäure wirkt wie ein Auffangsieb für überschüssige Magensäure und lindert somit das unwohle Gefühl in der Magengegend. Bei leichten Magen-Darm-Infektionen ist Cola auch vor allem in Verbindung mit Salzstangen ein beliebtes „Heilmittel“, da diese Kombination dafür sorgt, dass die Flüssigkeit- und Mineralstoffdepots wieder aufgefüllt werden.

Küchenmythos Nr. 14:

Honig ist gesünder als Zucker.

Dieser Ernährungsmythos hält sich hartnäckig. Dabei besteht Honig größtenteils aus Zucker, enthält vergleichbar viele Kalorien und kann genauso Karies verursachen. Und: Kleinkinder sollten keinen Honig essen, da er Keime enthalten kann. Ob man Honig oder Zucker bevorzugt ist keine Frage der Gesundheit, sondern nur des Geschmacks.

Küchenmythos Nr. 15:

Spinat hat das meiste Eisen.

Stimmt nicht! Unsere Eltern predigten zwar immer, wie gesund Spinat doch sei- und hatten damit auch Recht-, aber mit dem Eisengehalt kann Spinat nicht den ersten Platz belegen: Erbsen und weiße Bohnen haben beispielsweise einen größeren Anteil dieses wichtigen Spurenelements.

Wir uns freuen, wenn wir mit ein paar Mythen aufräumen konnten.